Sparkle Valley Philosophie: Ivana
- 12. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Stolz, Verlust und Kontrolle
Ivana gehört zu den komplexesten Figuren in Sparkle Valley, und genau das macht sie so interessant. Anders als in Band 1 dargestellt, war sie anfangs keine Bösewichtin. Im Gegenteil, sie war sehr beliebt. Sie hatte alles, sie war Emilys Liebling. Doch dann tauchte Abigail auf und wurde Emilys „Schwester“. Und das brach ihr das Herz.
Doch obwohl ihre Geschichte mit kleinlicher Eifersucht beginnt, entwickelt sie sich zu etwas viel Schlimmerem – Verbitterung. Und schließlich fasst sie den Entschluss: Wenn sie schon nicht mehr geliebt werden sollte, dann würde man sie wenigstens fürchten. Und deshalb wurde sie in Band 1 zur Königin der Gemeinheit und versuchte, Sparkle Valley zu erobern.
Ivanas Geschichte wirkt auf den ersten Blick wie eine Geschichte von Rache und Ehrgeiz. Doch in Wirklichkeit ist sie genau das Gegenteil. Denn im Kern ist es eine Geschichte von Verlust.
Alles, was sie tut, als sie in Sparkle Valley ankommt – die neuen Kleider, die neuen Namen, die ganze Art – ist nur eine Schutzmauer. Es ist ihre Art, sich zu wehren, damit sie das Geschehene nicht wirklich fühlen muss.
Kontrolle statt Bedeutung
Sie lebt in einem Zustand ständiger Selbstverteidigung. Und hier kommt die Philosophie ins Spiel. Ein Teil von ihr will immer noch mehr. Nicht unbedingt Macht – Sinn. Sie fühlt sich nicht mehr ganz, weiß aber nicht, wie sie das wiedererlangen soll. Also wendet sie sich der Kontrolle zu. Der Angst. Zumindest ist es ein Gefühl.
Und im zweiten Buch sehen wir, wie diese Spannung die Oberhand gewinnt. Sie spürt das Biest in sich, das an ihr zerrt und ihr etwas Leichteres anbietet – zweifellos keinen Schmerz. Nur Kontrolle. Und ein großer Teil von ihr wünscht sich genau das.
Aber nicht alles an ihr.

Die Folge ist, dass sie sich zurückzieht, sich versteckt, versucht, die Dinge zu verstehen, versucht, sich davon zu distanzieren. Und das ist wichtig. Denn es zeigt den Unterschied zwischen ihr und dem Smortzle. Er gibt nach, aber sie wehrt sich.
Als Abigail in Band 2 nach Sparkle Valley zurückkehrt, begleitet Ivana sie, doch sie traut sich selbst nicht. Es ist wie bei jemandem, der seine Fähigkeiten kennt und sich nicht sicher ist, ob sie nicht wiederkehren.
Keine saubere Einlösung
Selbst ganz am Ende des dritten Buches, obwohl sie ruhiger und gefestigter ist, ist ihr Stolz noch immer da. Das Biest in ihr ist noch immer da. Und genau das macht sie so lebensecht.
Ich sagte ja schon eingangs, dass Ivana eine komplizierte Person ist, aber genau das macht sie so nahbar. Ihre Geschichte ist keine klassische Läuterungsgeschichte. Es gibt kein endgültiges Ende. Sie lernt, mit den Teilen ihrer Persönlichkeit zu leben, die sie nicht auslöschen kann. Sie findet ihren Weg.
Und natürlich ist das nicht nur ihre Geschichte. Das ist auch Emilys. Denn es gibt eine Seite an Emily, die einfach alles abschalten will, keine Gefühle mehr empfinden möchte. All das Chaos gegen Kontrolle und Sicherheit eintauschen – es wäre so viel einfacher.
Ivana ist das Beispiel dafür, wie dieser Weg aussieht.
Abigail ist das Paradebeispiel für Gegenwehr.
Und genau diese Spannung, diese Wahlmöglichkeit, steht im Mittelpunkt von Sparkle Valley.
Erkunden Sie weiter
Wenn Sie bei den Charakteren bleiben möchten
→ Emily — emotionale Entfremdung und Distanzierung
→ Abigail – Liebe, die weiterkämpft
→ Hank & Frank – unterschiedliche Reaktionen auf Schmerzen
→ Oma Doris – Erinnerung und Kontinuität
Wenn Sie die dunkleren symbolischen Kräfte erforschen möchten
→ Das Biest — gefälschte Bedeutung
→ Der Smortzle – Macht ohne Substanz
→ Inzos — Angst mit Erinnerung
Wenn Sie die praktische Seite betrachten möchten
→ Die Kraft der blauen Blume: Mut – Verletzlichkeit dem Abschalten vorziehen
→ Kraft der blauen Blume: Balance – Stärke ohne Starrheit
→ Dein eigenes Sparkle Valley finden – Ideen in die Realität umsetzen
Feldhandbuch-Notizen (Kurzübersicht)
Charakter: Ivana – Stolz geprägt durch den Verlust von Beziehungen
Kernaufgabe: Aufbau einer defensiven Identität nach der Ersetzung
Symbolische Funktion: Stolz als Schutzschild gegen emotionalen Verlust
In der Geschichte: Liebling → Rivale → Königin der Gemeinheit → widerwilliger Verbündeter → andauernder Kampf
Wirkt durch : Kontrolle, Angst, Distanz, Selbstschutz
Demgegenüber stehen: Abigail (Liebe), die Blaue Blume und die Verbindung
Kernkonflikt: Kontrolle versus Verletzlichkeit.
Kernidee: Stolz schützt, aber er isoliert auch.
Philosophisches Echo : Nietzsche (falsch gelesen)
Leitsatz : Was du zum Schutz deiner selbst baust, kann zu dem werden, was dich von anderen unterscheidet.




