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Sparkle Valley und Alice im Wunderland

  • 7. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Wie zwei Welten mit der Fantasie umgehen – und was passiert, wenn wir erwachsen werden


Sparkle Valley ist einzigartig, daher gibt es keine wirklichen Vergleichsmöglichkeiten, aber es ist immer interessant, es in einen Kontext zu setzen. Eine Geschichte, die dabei helfen könnte, ist Alice im Wunderland. Ich mag diese Geschichte. Natürlich mag sie jeder. Und es gibt Ähnlichkeiten. Aber auch Unterschiede. Sprechen wir also darüber.

 

Sie fällt

Alice - John Tenniel  1865
Alice - John Tenniel 1865

Beide Bücher beginnen mit dem Mädchen, das fällt. Alice fällt in den Kaninchenbau. Und sie landet in einer Welt, in der irgendetwas ein bisschen seltsam ist. Da gibt es Katzen, die in Rätseln sprechen. Teepartys, die nie enden. (Ich liebe das, weil es so wahr ist.) Nichts passt so recht zusammen. Und genau darum geht es: Nichts ergibt Sinn. Es basiert zwar auf Logik, aber diese Logik wird durcheinandergebracht. Und das alles mit Absicht.

 

Und was ist mit dem Glitzertal? Auf den ersten Blick sieht es ähnlich aus. Auch Abigail stürzt, einen Wasserfall hinunter. Sie landet an einem seltsamen Ort mit sprechenden Schildkröten, vergessenem Spielzeug, einem Fluss, der in die falsche Richtung fließt, einem Frosch, der sich für einen Prinzen hält, und einem Troll, der in einem Schulbus lebt.

 

Aber es ist nicht zufällig.

 

Diese Welt basiert auf Emily. Und wenn sie vergisst, verblasst die Welt. Und wenn sie sich erinnert, stabilisiert sie sich. Es ist kein Chaos. Es ist nicht absurd. Es reagiert.

 

Die Welten

Man kann das Wunderland auch als etwas Äußeres betrachten. Wir sehen es von außen. Es ist wie eine verzerrte Version der Realität, in der alles übertrieben dargestellt wird. Es spielt mit Sprache, Regeln und Grundannahmen. Nichts ergibt wirklich Sinn. Und Alice versucht die ganze Zeit nur, mitzuhalten.

 

Cheshire Cat
Cheshire Cat

Aber nicht in Sparkle Valley. Hier ergibt alles Sinn, weil es eine innere Angelegenheit ist. Die Welt reagiert auf Emily, und Abigail versucht, mitzuhalten. Und genau das ist der entscheidende Unterschied. Alice besucht ihre Welt, aber Abigail lebt in ihrer.

 

Die Charaktere

Denken Sie an die Figuren in Alice im Wunderland. Da ist die Grinsekatze, der verrückte Hutmacher. Lustige Gestalten, die die Realität verzerren. Aber sie leiten Alice nicht so sehr, sondern verwirren sie eher. Genau das ist der Sinn des Ganzen.

 

Auch im Glitzertal gibt es solche Figuren. Da wären Smortzle, Ivana und Hank Needlenose. Aber sie sind nicht zufällig. Sie basieren auf Dingen, die einem vertraut vorkommen: Smortzles Macht, Ivanas Stolz, Hanks Selbstbeherrschung. Das ist nichts Abstraktes. Das sind Dinge, mit denen Abigail zu kämpfen hat, genau wie jeder andere auch.

 

Three Cards -  John Tenniel  1865
Three Cards - John Tenniel 1865

Und dann sind da noch die Figuren in Sparkle Valley, die ihr helfen. Oma Doris, Gloria, Fluffy. Sie lösen die Probleme nicht so sehr für sie, sondern geben ihr Halt, damit sie selbst Lösungen findet. Trotz vieler seltsamer Ereignisse herrscht in Sparkle Valley kein Chaos. Es ist ein Ort voller Emotionen.

 

Der Einsatz

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Geschichten liegt in der Tragweite der Ereignisse. In Alice im Wunderland steht nicht viel auf dem Spiel. Alles ist vergänglich. Alices Reise endet, sobald sie aus einem Traum erwacht.

 

Aber nicht Abigail. Für sie geht es ums Überleben. Wenn Emily den Glauben verliert, ist alles vorbei. Ihre Welt hört auf zu existieren. Der Glaube ist nicht nur ein Teil der Geschichte, er ist die ganze Geschichte. Er ist das, was diese Welt zusammenhält. So etwas wie Alice im Wunderland gibt es nicht.

 

Wo sie am Ende landen

Obwohl die Geschichten also durchaus Ähnlichkeiten aufweisen, enden sie nicht am selben Punkt. Wunderland ist ein Ort, den man besuchen kann – ein Traum, der endet. Funkeltal hingegen ist ein Ort, der tatsächlich von einem abhängt. Und er existiert weiter, wenn man aufwacht. Selbst wenn die Lichter ausgehen, ist er noch da (und Abigail kämpft darum, ihn zusammenzuhalten).


Mit anderen Worten: Die Fantasie, von der du dachtest, sie sei verschwunden – die ist es nicht. Sie ist nur da, bis du genauer hinschaust.


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Feldhandbuch-Notizen (Kurzübersicht)

Konzept: Glitzertal vs. Alice im Wunderland

Kernkontrast: Innenwelt vs. Außenwelt

Wunderland: absurd, sprachlich, destabilisierend

Sparkle Valley: emotional, reaktionsschnell, verbunden mit Glauben

Mechanismus: Wonderland widerspricht der Logik; Sparkle Valley folgt Gefühl und Erinnerung.

Rolle der Protagonistin: Alice beobachtet; Abigail nimmt teil.

Charakterfunktion: Wunderland verwirrt; Glitzertal spiegelt innere Konflikte wider.

Kernpunkte: Das Wunderland ist vergänglich; das Glitzertal hängt vom Glauben ab.

Zentrale Idee: Vorstellungskraft als Struktur vs. Vorstellungskraft als Realität

Leitsatz: Eine Welt wird besucht. Die andere hängt von Ihnen ab.



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